Mein Aufenthalt in Indien – ein Resümee
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Wow! Kaum zu fassen, aber es ist schon wieder eine Weile her, dass ich am 15. Dezember 2010 von meinem dreimonatigen Praktikum an der Peter’s Public School (PPS) zurück ins damals noch sehr verschneite Deutschland kam. Mittlerweile hatte ich etwas Zeit, den Aufenthalt dort, meine Erfahrungen und Erlebnisse zu sortieren und sich setzen zu lassen. Wie viel habe ich gesehen, was habe ich alles gelernt und wie viel hat mir dieses Praktikum auch für meine persönliche Entwicklung und eigene Horizonterweiterung gebracht! Als ich nach Indien kam, hatte ich trotz der umfassenden Vorbereitung durch den Verein zur Förderung von Schulkindern in Indien e.V. noch keine genauen Vorstellungen davon, was auf mich zukommt. Und vieles hätte ich mir auch kaum vorstellen können, da unsere Welten doch in vielerlei Hinsicht unterschiedlich sind, was es manchmal schwierig, aber dafür auch umso interessanter gemacht hat. Ich habe mich schwerpunktmäßig auf die Arbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern konzentriert. Wir haben im täglichen Wechsel Lehrerkonferenzen und Englisch-Stunden für die Lehrkräfte eingeführt. In den Diskussionsrunden konnten die Lehrkräfte über eigene Wünsche und Ideen sprechen, organisatorische und pädagogische Anliegen sowie Probleme vorbringen und der Schulalltag wurde gemeinsam strukturiert. Hier stieß ich teilweise auf Schwierigkeiten, denn vieles, was Deutschen als recht normal erscheint, ist in Indien nicht so ohne weiteres möglich und umgekehrt. Manches dauert einfach länger und oftmals muss man wirklich hinterher sein. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Und natürlich mussten sich die Lehrkräfte auch erst einmal an mich bzw. die dauerhafte Anwesenheit einer Deutschen gewöhnen. So dauerte es etwas, bis eine gemeinsame Vertrauensbasis da war. Die Englisch-Stunden wurden anhand deutscher Englisch-Schulbücher durchgeführt. Zusammen mit Puneet Sharma, dem Sohn von Schulleiter Brahm Datt Sharma, haben wir zunächst einige Zeiten und Vokabeln wiederholt bzw. neu eingeführt. Gleichzeitig habe ich versucht, den Lehrkräften durch das selbständige Erleben und Machen verschiedene Methoden der Inhaltsvermittlung näher zu bringen. Ich denke, das war sehr sinnvoll und hoffe, dass es zukünftige Praktikanten weiterverfolgen werden. |
Schön war, dass Anfang November Tanja und Ann-Sophie als weitere Praktikantinnen kamen und wir uns die vielfältigen Aufgaben teilen und uns gegenseitig unterstützen konnten. Unsere Aufgaben an der PPS blieben nicht auf das Schulleben an sich beschränkt, denn neben dem Schulischen gab es noch einiges an Bürokratischem und am Bau des „Little House“, unserer Unterkunft neben der Schule, zu erledigen. Über Erlebtes miteinander sprechen zu können war auch wichtig und die gemeinsame Auszeit, die Reise nach Haridwar und Rishikesh, war wunderschön.
Wichtig war auch die Unterstützung von Eeva, einer Finnin, die 10 Jahre in Deutschland gearbeitet hat und nun schon seit 30 Jahren in der Provinzhauptstadt Agra lebt. Ihre Erfahrungen mit den unterschiedlichen Kulturen, aber auch mit dem indischen System, der „Art, wie es dort läuft“, waren wichtige Hilfen. Es war ein Sprung ins kalte Wasser für mich – aber er hat sich gelohnt. Und wie! Brahm Datt Sharma und seine Familie, die Lehrer der PPS, die Schülerinnen und Schüler und natürlich vor allem Elena Erat und alle Helfer des Vereins haben mir eine wunderbare Zeit geschenkt, die zwar viel zu kurz war, die ich aber nie vergessen werde. Ich hoffe sehr, dass ich möglichst bald wieder an die PPS kann und dass dieses Projekt noch viele weitere Unterstützer und Praktikanten findet. Es lohnt sich - für sich selbst und vor allem für die Kinder dort! Vielen Dank an alle, die dieses Projekt möglich machen! Ihr leistet großartige Arbeit!
Frühjahr 2011 Lucia Blattmann |