Verein zur Förderung von Schulkindern in Indien e.V.  


„Wer eine Schule öffnet, schließt ein Gefängnis.“
Victor Hugo


Solide mit Stahlträgern und Backsteinen: Die indische Dorfschule,Okt. 2006.
Es fehlt noch Geld für Lehrer, Mobiliar und Schulbücher!

 

Liebe Freunde und Miterbauer der Dorfschule in Jerar/Bah, Nordindien

Tu was!

Diese Bitte stand über einer der Informationswände im Eingangsbereich des Kulturzentrums der Thomasgemeinde in Freiburg/Süddtld., wo die zweite Benefizparty zugunsten unserer Schule am 28. Januar 2006 stattfand. Etwa 160 Menschen unterschiedlichster Nationen reisten erneut zum Teil von weit her an und machten aktiv mit, um den Dorfkindern in Indien zu helfen.
Die bekannten Abenteurer Gabi Goll und Rudi Kleinhenz zeigten einen spannenden Diavortrag über Indien und unsere Schuleinweihung im September 2005. Harianu Hashita faszinierte mit seiner indischen Tanzvorführung, Naile Ünveren begeisterte mit türkischem Bauchtanz und Inga Epping kämpfte zur Gaudi der Zuschauer nicht nur mit einer (Gummi-) Schlange, sondern auch mit einem 6m langen Sari, dem traditionellen Gewand der Inderinnen. Bis in die Morgenstunden machten viele beim Bauchtanz ausgelassen mit. Das reichhaltige Buffet mit internationalem Essensangebot der verschiedensten Art war beeindruckend und so manches Rezept, wie z.B. das der türkischen Spinattorte mit Bananen („Man schneide eine Banane rund...“) wird seither ständig weitergegeben.

2.018,09 € wurden am 28.01.2006 gespendet.
Insgesamt haben wir den Bau seit Beginn der Spendenaktion am 30.11.2002 mit fast 20.000 € unterstützt!

Anfangs war ich allein mit meiner Idee, den Dorfkindern zu einem besseren Start ins Leben durch Bildung zu verhelfen. Mein Besuch in dem schmutzigen kleinen Krankenhaus, wo die Patienten mangels genügend Betten in der staubigen Hofeinfahrt liegen, auf dem Steinboden der Flure oder unter der Treppe neben dem lautstark ratternden und qualmendem Notstromaggregat, die Erlebnisse im OP verfolgten mich bis in die Träume.
Trotzdem entschied ich mich, eine Schule zu bauen, statt den Kranken zu helfen. Eine Schule, aus der vielleicht Kinder hervorgehen, die dazu beitragen, auch die Mißstände im Krankenhaus zu beheben. Ich wollte an die Wurzel des Übels, die Bildung - und nicht nur die Oberfläche zupflastern!
Und ich wollte durch meine persönliche, private Initiative ein Hilfsprojekt starten, bei dem nicht viel Geld an Verwaltung und Fuhrpark verloren geht, sondern direkt und durch verschiedene Personen kontrolliert dem Schulbau, seiner Unterhaltung und somit den Kindern in Jerar/Bah zugute kommt. Dies ist kein einfaches Unterfangen für eine Privatperson. Es ist verbunden mit viel Papierkram, teuren Reisen nach Indien auf eigene Kosten, um die korrekte Verwendung der Gelder zu kontrollieren, vielen Auslandstelefonaten und SMS, mühseligen Abrechnungen u.v.a.m. Man hat plötzlich mit Ziegellieferanten und Bauarbeitern in Indien zu tun, mit Farbenhändlern, Bauern, Grund-stücksbesitzern, Bürgermeistern, Grundbuchbeamten, Stadträten, sich bewerbenden Junglehrern. Man bemüht sich um einigermaßen Fach-wissen in verschiedenen Berufszweigen wie z.B. dem Bauhandwerk, muss mit Telefongeplauder über 6.500km hinweg indische Beamte „geschmeidig“ machen und damit deren Hindernisse aus dem Weg räumen, damit weitergemacht werden kann.
Und hier in Deutschland findet man sich mit einem Mal in Diskussionen über Sinn, Schaden und Nutzen von Entwicklungshilfe, Weltpolitik, Ökonomie etc. wieder. „Hast Du nichts Besseres zu tun, Elena? Bringt es uns nicht eher Schaden, armen Ländern weiterzuhelfen, um unser Niveau zu erreichen?“ Nein. Im Gegenteil!


Mit Zeichnungen bedanken sich die Kinder für unsere Hilfe

Jeder mag darüber denken, was er/sie für richtig hält. Tatsache ist, dass das Arm-Reich-Gefälle auf unserer gemeinsamen kleinen Erdkugel nur kurzfristig positiv seitens der reichen Industrieländer gese-hen werden kann. Langfristig betrachtet jedoch führt diese Diskrepanz zurück zu allzu Menschlichem wie z.B. Neid und Habgier ärmerer Völker etc., die unseren Wohlstand sehr wohl begriffen haben. Ist die Straße der Armut und mangelnder Bildung nicht auch gut genug geteert, um den Terrorismus darauf vorankommen zu lassen? Ob wir wollen oder nicht: Auch für unser eigenes Überleben ist Entwicklungshilfe wichtig, nicht nur für die fremden Armen! Jede Ausbeutung hat ihren – hohen! – Preis. Somit hat unsere Hilfe durchaus auch mit Eigennutz, Vernunft und vorausschauender Überlegung zu tun.
Wäre eine Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer für ein deutsches Unternehmen nach wie vor interessant, wenn diese Nationen nicht mehr auf unsere gnädig-geizigen Arbeitgeber angewiesen wären? Könnte unsere Hilfe nicht - langfristig gesehen - somit auch unsere eigene Arbeitslosigkeit senken helfen und so vielleicht sogar auch dem eigenen Arm-Reich-Gefälle in Deutschland entgegentreten? Wenn es keine Billigproduktion im Ausland gibt, bleibt man vielleicht lieber daheim, wo eh der lukrativere Verkauf stattfindet.


Kostenlose Schulbücherverteilung durch Brahm Datt Sharma
Wir haben ein Hilfskonto für Kinder armer Familien eingerichtet

Die meisten Menschen spenden lieber, wenn sie etwas dafür bekommen. Ich will aber nicht das mühsam gesammelte Geld in teure Hochglanzprospekte oder vorweihnachtliche Grußkarten investieren. Dafür ist es nicht gedacht! So organisierte ich mit tatkräftiger Unterstützung einiger hilfsbereiter Menschen zwei Benefizparties mit Programm, um für die Unterhaltung der Gäste zu sorgen. Viel zeit- und kräftezehrende, ehrenamtliche Vorbereitungsarbeit steckt dahinter und ich möchte mich hier ausdrücklich bei allen Helfern ganz herzlich bedanken, wie auch bei den Spendern, die mir ihr Geld anvertrauen. Die Resonanz nach dem Fest zeigt, dass es erneut gelungen ist. Fotos und Abrechnungen aus Indien belegen die korrekte Verwendung der Gelder. Im kommenden Frühjahr werde ich wieder der Schule einen Besuch abstatten, vor Ort alles überprüfen und aktuelle Fotos machen. Gern erstatte ich dann auf Nachfrage erneut Bericht. Wer mitreisen möchte, möge sich bitte bald bei mir melden!


Schulrückseite: Gegen die Hitze eingemauerter Wassertank auf dem Dach

In Bah gab es bislang noch keine Computer. Brahm Datt Sharma, mein Mitbegründer der Schule und vor Ort verantwortlicher Leiter, erarbeitet sich gerade entsprechende Kenntnisse mit den gespendeten Laptops. Kein leichtes Unterfangen für einen einfachen Menschen, der über keinerlei Vorkenntnisse verfügt, somit absoluter Autodidakt ohne Hilfe ist. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an den Sponsor SwissRe in der Schweiz, ebenso für die großzügige Hilfe von CSI in Luxemburg! Und ich danke der deutschen Lehrerin Brigitte Kröger, Mitglied der Deutschen Zentrale für Globetrotter (www.dzg.com ), die uns gleich während ihrer allerersten Indienreise den indischen Betriebswirt Amit Banerjee vermittelte, der die Buchführung der Schule organisierte.
Auf dem Schuldach steht bereits ein Wassertank, ummantelt von kühlenden Mauern, damit die Kinder stets Trinkwasser haben, das sonst nur eine Stunde pro Tag als dünnes Rinnsal von der Gemeinde zu den einzelnen Häusern geschickt werden kann. Es gibt schon einen Mini-Schulhof und erste Schuluniformen, um die sozialen Unterschiede der Kinder im Unterricht zu verringern. Jetzt benötigen wir noch Geld für den Innenverputz nebst Farbe, Schulbänke, Fenstergitter gegen die aggressiven Affenhorden, Bücher und Schreibmaterial sowie für ständig laufende Ausgaben wie z.B. Lehrergehälter. Eines der Fernziele wäre auch ein kleiner Schulbus, damit die Kinder aus entlegenen Dörfern erreicht werden können, und ein kleiner Obstbaum, der in Teamarbeit gehegt und gepflegt werden muss, um schließlich die Früchte zu ernten und darauf klettern zu dürfen. Zur Förderung von Verantwortung und Fürsorglichkeit, ebenso wie ein kleines Kräuter-/Blumenbeet.
Auch wenn es keine große Benefizveranstaltung mehr geben wird, weil es sehr viel Arbeit und persönlichen Einsatz von mir verlangt, werde ich weiterhin kleine private Festchen zum Spendensammeln veranstalten, der Schule und ihren Kindern verbunden bleiben und helfen. Wer hat Lust, sich zu einem gemeinsamen „Benefizessen“ oder Fahrrad-Weltreise-Diaabend bei mir zu treffen und dafür einen freiwilligen Obulus in eine Spendenbüchse zu stecken?

Momentan werden bereits 80 Schüler von 5 Lehrkräften betreut

Gern leite ich auch in Zukunft Spendengelder an die Schule weiter und freue mich, wenn Dein / Ihr Engagement nicht erlahmt.

Wir haben es geschafft, mit auch für indische Verhältnisse extrem geringen Mitteln eine zweistöckige Schule zu bauen und die Grundvoraussetzung für einen guten, allgemeinbildenden Unterricht zu schaffen. Dies haben wir der umsichtigen und kostensparenden Leitung vor Ort von Brahm Datt Sharma zu verdanken und den entgegenkom-menden lokalen Unternehmern und Behördenangehörigen.

Es wäre schön, wenn sich der eine oder andere unter Euch bereit erklären würde, noch etwas Geld zu investieren und so bei der Begleichung der laufenden Kosten mit hilft. Uns tut es nicht so arg weh, den indischen Kindern hilft es aber sehr! Es ist nicht allein damit getan, ein Schulhaus zu bauen. Auch der Unterhalt kostet jeden Monat Geld und es gibt einige sehr arme Schüler, die es zu unterstützen gilt. Ich kenne ihre von Intelligenz zeugenden, wachen Gesichter und weiß, dass es sich lohnt. Ein Potential, das es zu entwickeln gilt.
Für das kommende Frühjahr plane ich, die angehende luxemburgische Lehrerin Isabelle Verbist zu unserer Schule zu bringen. Sie wird dort mit Unterstützung ihrer Professoren in Belgien ein Praktikum absolvieren. Ihre Abschlußarbeit wird einen internationalen Vergleich unserer Schule zu einer gleichwertigen Schule in Luxemburg bzw. Belgien beinhalten. Ich freue mich auf diese Aufgabe – und auf das Wiedersehen mit den lernbegierigen indischen Kindern! Es wird, wie immer, sehr anstrengend werden. Aber auch schön, weil unser Erfolg zu sehen sein wird.-

Wir haben etwas Gutes und Wichtiges angefangen. Bitte hört nicht auf, helft weiter und erzählt Euren Freunden und Bekannten davon, denn:
JEDER EURO HILFT, NÜTZT
und kann von jedem Einzelnen persönlich kontrolliert werden!
(Mit 1€ kann ich dort 2 Kindern, die zu Hause mangels Geld nicht genug zu essen bekommen, ein Pausenbrot begleichen!)

Tu was!

Um auch bei den Porto-Versandkosten dieses Schreibens zugunsten der Schule zu sparen, bitte ich alle Empfänger, meinen Bericht hier an ihre Freunde und Bekannte weiterzureichen bzw. zu kopieren, die sich für die Schule interessieren, bereits aktiv mitgemacht haben oder vielleicht in Zukunft mitmachen möchten. Ich möchte Euer Geld nicht unnötig in Deutschland ausgeben, sondern lieber direkt der eigentlichen Bestimmung, unserer gemeinsamen Schule, zugute kommen lassen.

Vielen Dank für Euer Verständnis und Entgegenkommen.

Lieben Dank im voraus und herzliche Grüsse von
Elena Erat

Freiburg i.Br., November 2006

 

Staatliche Registrierungsurkunde für die Schule 2006
Schulplakat