Verein zur Förderung von Schulkindern in Indien e.V.  

Dringend Förderer gesucht!
Wir brauchen noch Geld für einen kleinen Schulbus, Farbe, Baumaterial etc.

„Der kürzeste Weg aus der Armut ist der Schulweg“ –
unsere Hilfe in Indien geht weiter

In Begleitung eines Teams aus Luxemburg besuchte ich im April 2007 erneut die Schule. Meine Begleiter waren diesmal Sandra Mergen, Lehrerin für lernbehinderte Kinder, Luc Koehler, PC-versierter Zollbeamter und Isabelle Verbist, angehende Lehrerin, die in unserer Schule ein Praktikum absolvierte für ihre Abschlussarbeit, den “Vergleich zwischen indischem und belgischem Schulsystem“. Gemeinsam überreichten wir die bis dahin gesammelten Spendengelder in Höhe von 8.500€. Erneut stammte der Hauptanteil aus Luxemburg und Belgien, wo Schulkinder für die Schüler in Nordindien gesammelt hatten.
Ein großes DANKESCHÖN! an Isabelle, Luc und Sandra sowie an Monique Verbist und Rosi Rohmer für ihr Engagement!


Sandra Mergen, Luc Koehler & Isabelle Verbist im April 2007

In Indien hießen uns die Schüler (52 Jungen, 24 Mädchen in drei Grundschulklassen) mit großen Augen willkommen. Die meisten stammen aus armen Familien niedriger Kasten (=dhalits, z.B. Schuster, Wäscher, Straßenkehrer,Erntehelfer etc.) sowie 2 Muslims. Dadurch, dass Schulleiter Brahm Datt Sharma Kinder aus niedrigen Kasten aufnimmt und sogar aus anderen Religionen, setzt er sich mutig über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Brahmanen bilden die höchste Kaste und sollten gemäß der religiösen Vorschriften direkten Kontakt mit Unterschichten vermeiden. Statt dessen steht er lächelnd in der offenen Türe und begrüßt zusammen mit den Lehrern alle Kinder warmherzig.
Die Schüler lernen gerade, mit Wörterbüchern umzugehen und pauken die Amtssprache Englisch: „A, b, c, d, e....“ brüllt es mir aus zig Kehlen unisono aus einem Klassenzimmer entgegen. Nebenan wird gerade Mathematik unterrichtet und selbst die Kleinsten können schon fließend in englisch bis 100 zählen.
An den Wänden hängen Poster mit Hinweisen zu gutem Benehmen, richtigem Verhalten im Straßenverkehr, mit Gesundheitsratschlägen (z.B. richtiges Zähneputzen etc.), Landkarten von Indien und Europa sowie Abbildungen von Tieren und Pflanzen etc. Im Sport- und Versammlungsraum klebt die Weltkarte an der Wand, die Fahnen aller Länder flattern an einer langen Schnur unter der Decke.
Arme Leute benutzen oft abgebrochene Zweige als Zahnbürste. Manche kaufen Zahnpulver, das mit Speichel in der Handinnenfläche verflüssigt und mit dem Zeigefinger auf die Zähne gerieben wird. Es wirkt wie Scheuerpulver und schadet auf Dauer dem Zahnschmelz. Um die Zähne der Kinder zu schonen, erhielt Brahm Datt Sharma von einem örtlichen Ladenbesitzer kostenlos Zahncreme für alle Kinder.
Während Isabelle unterrichtete, plagte sich Sandra mit der Reparatur der Deutschlandkarte ab, die von Affen zerfetzt wurde, als noch keine Gitter an den Fenstern waren. Luc kümmerte sich derweil im Lehrerzimmer um die gespendeten Laptops der Schule.

Offiziell gibt es seitens der indischen Regierung seit 1947 zwar eine gesetzliche Quotenregelung zugunsten Unterprivilegierter in Politik und Bildung, aber dies stößt im Alltag immer noch auf starken Widerstand in der Bevölkerung. Von Angehörigen der unteren Kasten wird seit alters her erwartet, dass sie nur mit ihresgleichen Umgang haben, einen Höherstehenden nicht einmal mit dem Atem belästigen sollten usw.. Aber die kleine Schule hat, obwohl sie sich darüber hinweg setzt, bereits einen recht guten Ruf in der Umgebung. Interessiert beobachten die Nachbarn deren Entwicklung.

Wir besuchten einige Schüler in ihrem Zuhause, tranken Tee auf der aus Kuhdung und Lehm gestampften Veranda und besprachen anstehende Probleme wie z.B. die dringend nötige Anschaffung eines Schulbusses für Kinder, die sonst weit laufen müssen. Das Schulgebäude steht direkt am National Highway, der vielbefahrenen Hauptverbindungsstrecke zwischen West- und Ostindien.

Aber dafür reicht das gesammelte Spendengeld bei weitem noch nicht aus. Brahm Datt Sharma verhandelt gerade mit einigen Besitzern von Tempo-Rikshas über einen monatlichen Mietpreis. Mit den dreirädrigen Taxis könnten wenigstens entfernt wohnende Kinder sicherer transportiert werden. Da viele Leute zu arm sind, um eine Impfung gegen die wieder vermehrt auftretende Kinderlähmung zu bezahlen, sieht man häufig körperlich Behinderte an Krücken oder im Rollstuhl, der in Indien aus einem umgebauten Fahrrad besteht.


Mit diesem Rollstuhl kommt er durch alle Schlaglöcher

Ein Teil der Spendenbeiträge soll deswegen in Polioimpfungen für unsere ärmeren Kinder investiert werden, speziell für die 38 Voll- bzw. Halbwaisen.
Es ist eine gute Sache, die wir da gemeinsam unterstützen. Die Schule und ihre Kinder, allen voran die aus armen Schichten, benötigen unsere Hilfe wirklich.

 

Die Verwendung der Spendengelder unterliegt einer ständigen Kontrolle und die Schule kann selbstverständlich auch von jedem persönlich und direkt besucht werden. So, wie es jetzt z.B. das Luxemburg-Team gemacht hat.

Bitte helfen Sie uns weiter!
Wir brauchen Ihre Unterstützung, egal, in welcher Art bzw. Höhe der Zuwendung.

Herzlichen Dank im voraus!
Elena Erat

Freiburg i.Br., Mai 2007


Die Kinder der 3. Klasse bedanken sich für Ihre Hilfe