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Meine ersten Wochen an der
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Indien! Ein Praktikum in der Peters Public School! 3 Monate in eine andere Welt eintauchen – Was kommt auf mich zu? Wie sind die Menschen? Was werde ich erleben? Freude, Hoffnungen, Ängste – mit vielen Gedanken und Gefühlen ging es am 15. Sept. 2010 für mich los. Ich, als Deutsche, die zuvor noch nie ausserhalb Europas war, kam in eine zunächst sehr fremde Welt: Schwüle schlug mir schon morgens um 6 Uhr am Flughafen entgegen, der Fahrstil der Inder ist gewöhnungsbedürftig. Eigentlich ist hier Linksverkehr, aber man hat das Gefühl, es fährt ohnehin jeder, wie er will und die Hupe ist auch eindeutig wichtiger als die Bremse. Kühe und Affenfamilien sind auf den Straßen unterwegs, an das indische Englisch musste ich mich erstmal gewöhnen, Müll liegt auf der Strasse, Frauen in strahlend bunten Saris, Pferde-, Fahrrad- und Motor-Rikshas, indisches Essen, viele neue Gerüche. Eine Flut von Eindrücken, die zunächst überwältigt! Doch Brahm Datt Sharma, Direktor der Peters Public School, und seine Familie haben mir den Einstieg durch ihre herzliche Art, ihre Unterstützung in jeder Hinsicht, ihr großes Verständnis, viele und bereitwillige Erklärungen zu allen Fragen sehr erleichtert. Mit ihrer Hilfe habe ich mich schnell eingelebt. Natürlich kann man dennoch nicht jedes kulturelle Fettnäpfchen vermeiden: Da es hier noch recht heiß ist, beschloss ich eines Morgens, einen leichten, bodenlangen Rock statt einer Hose anzuziehen. Alles lief wie gewohnt. Die Begrüßung der Schüler, das gemeinsame morning prayer... Danach kam aber der Direktor zu mir und meinte lächelnd, ob ich mir nicht etwas anderes anziehen könnte, da diese Art Röcke hier von den Frauen unter dem Sari getragen wird. Ich stand also sozusagen in Unterwäsche vor den Schülern! Ich kann den Frauen, die zukünftig gerne hierher kommen würden, demnach nur raten, ihre Röcke zuhause zu lassen... :-) Die Peters Public School befindet sich in dem Dorf Jarar. Der nächst größere Ort ist Bah, ca. 80km von Agra (hier steht das berühmte Taj Mahal) entfernt. Die Gegend ist noch sehr ländlich, nur wenige Touristen verirren sich hierher. Entsprechend ist man als foreign visitor etwas sehr Besonderes Die Gastfreundschaft der Inder ist groß. Von vielen Familien wurde ich zu ihnen nach Hause eingeladen. Das liegt aber mit Sicherheit auch daran, dass Herr Sharma hier eine bekannte Persönlichkeit ist: Brahmane, Priester, Gründer und Direktor unserer internationalen Schule. Entsprechend umfangreich sind seine Kontakte. Und entsprechend viel kann er erzählen und zeigen, was er auch gerne tut. Die Lehrer waren zunächst noch sehr zurückhaltend, ja schüchtern. Doch mittlerweile finden tägliche Teacher-Meetings statt, in denen sich auch die Lehrer immer mehr einbringen, ihre Fragen, Wünsche und Probleme äußern können, Organisatorisches besprochen und über den Unterricht und verschiedene pädagogische Inhalte geredet wird. Viel wurde schon erreicht, aber es gibt noch jede Menge zu tun. Manchmal ist es nicht einfach, merkt man, dass man doch aus einer anderen Kultur kommt, dass die Uhren hier anders ticken. Aber das macht auch den Reiz aus. Sehr wichtig für mich war die umfangreiche Vorbereitung von Elena und ist ihre Unterstützung von Deutschland aus. Sie hat im Vorfeld nichts verschwiegen, mich auf eventuelle Schwierigkeiten hingewiesen, gab und gibt umfangreiche Tipps, steht bei Problemen und Fragen zur Verfügung. Vielen Dank Dir, liebe Elena, dafür! Für mich werden es unvergessliche Erfahrungen sein, die ich hier mache, Lebensschule pur, Eintauchen in eine Kultur, wie man es wohl auf andere Art nicht erleben könnte. Und wenn man die Kinder sieht, weiß man, wie wichtig und richtig die Arbeit aller Menschen ist, die an der Peters Public School mitwirken. Jeder ist herzlich willkommen, es sich selbst anzuschauen. Ich kann ein solches Praktikum nur empfehlen und will die Schule auch nach meiner Zeit hier gerne weiter unterstützen. Es lohnt sich! Lucia Blattmann Jarar, im Oktober 2010 |